Ausflugsziele

Die Region Mosel-Eifel- Hunsrück ist ein uraltes Natur- und Kulturland. Seit der Jungsteinzeit haben Menschen an der Mosel, in Eifel und Hunsrück gesiedelt. Mehrere nahegelegene Siedlungsplätze, Menhire und besonders der geheimnisvolle Wildstein bei Trarbach zeugen davon. Die Region gehört zum Kerngebiet der keltischen Kultur. In fußläufiger Entfernung in Kröv und Erden kann man zwei keltische Höhenbefestigungen erwandern. Die Römer brachten mediterrane Kultur, insbesondere den Weinanbau, schon vor 2000 Jahren an die Mosel, dokumentiert durch eine Vielzahl römischer Kelteranlagen. Später waren der Fluss und seine fruchtbaren Felder und Weinberge begehrtes Ziel vieler Bauern, Krieger, Ritter und Mönche. Zwei einstmals prächtige Burgen in der Nähe, in Bernkastel und Trarbach, lassen das Mittelalter anschaulich werden. Nahezu jede Phase der Geschichte ist an entsprechenden Stellen heute noch auffindbar. Die Erlebnismöglichkeiten für Interessierte sind entsprechend vielfältig.

Man kann seine Zeit durchaus überwiegend auf der Terrasse zubringen. Einfach nur Da-Sein und auf den Fluss schauen, den Schiffen, Schwalben, Schwänen, Nilgänsen, Fischreihern oder Radfahrern hinterher schauen. Ein Buch lesen oder ein Glas Riesling genießen. Fertig.

Man kann sich natürlich auch mal aufs Rad schwingen, in den nächsten Ort radeln, zum Beispiel nach Wolf und dort am Ufer was Deftiges verzehren in der Gartenwirtschaft Zur alten Moselfähre oder 20 min. weiter radeln und Traben-Trarbach besuchen. Dort bei Hilde und Mathias im Garten der Graifen zu sitzen und die bemerkenswerte, von Jugendstilvillen geschmückte Uferpromenade von Traben zu betrachten, hat einen besonderen Reiz. In dieser Stadt schlug einst das Herz des Moselwein-Handels, damals vor 120 Jahren, als der Riesling von Mosel, Saar und Ruwer der begehrteste und auch teuerste Weißwein der Welt war. Das muß man sich mal vorstellen: ein Wehlener, Ürziger, Kinheimer oder Brauneberger auf Augenhöhe mit Lafite und Romanée-Conti.

Zeugnisse der bewegten Geschichte findet man im Mittelmosel-Museum nur ein paar Schritte weiter, und wenn man das Glück hat, den Museumswart Christoph Krieger zu treffen, erfährt man überaus spannende Details und Zusammenhänge, besonders auch über den Weinbau in Deutschlands dunkelsten Jahren.
Traben Trarbach hatte einst mehr Fassweinlager als die Stadt Bordeaux, und als eine der ersten Städte in Deutschland, ein Elektro-Kraftwerk und eine elektrische Straßenbeleuchtung, denn die Weinbarone brauchten Licht in ihren tiefen Kellern. An den Freitagabenden der Sommer- und Herbstmonate stehen einige der Kellergewölbe für Besucher offen. Die Zeiten der Führungen erfährt man hier.

Wer mag und ein geübter Schwimmer ist, kann in der Mosel baden. Das Wasser ist heute sauberer denn je, doch sollte man auf Schiffe und Strömung achten. Man kann aber auch die nahegelegenen Freibäder in Kröv oder Bernkastel besuchen. Das würden wir Familien mit Kindern durchaus raten.

Die Region ist gesegnet mit überaus heilkräftigem Wasser, das aus verschiedenen warmen Quellen sprudelt. In Trarbach wird das Wasser der Wildstein Quelle in der Mosel-Therme in vielfältiger Weise genutzt. Ein paar km in die Eifel hin liegt das Staatsbad Bad Bertrich. Auch hier quillt ein seit der Römerzeit genutztes, wohltätiges Wasser. Es ist Deutschlands einzige Glaubersalzquelle.

Wenige Kilometer in die andere Richtung, moselaufwärts, liegt Bernkastel-Kues. In Bernkastel erlebt der Besucher Fachwerkromantik pur, mit dem entsprechenden Gewusel und Nippes rund um den Marktplatz in den Sommerwochen. Im Dezember locken die Weihnachtsmärkte in Traben und Bernkastel ein internationales Publikum an den Fluss.
In Kues wurde 1401 der überaus bedeutende humanistische Philosoph, Mathematiker, Kardinal und Mystiker Nikolaus von Kues, genannt Cusanus, geboren. Sein Geburtshaus steht heute noch und beherbergt ein kleines Museum. Zentral an der Brücke gelegen ist das Cusanus Stift, als ein Altersheim von Cusanus konzipiertes und finanziertes Hospital. Dort ist auch die Vinothek untergebracht, wo man für kleines Geld mehr als 100 Weine probieren kann. Für den Rückweg empfiehlt sich die Nutzung eines der vielen Fahrgastschiffe, die auch in Kinheim anlegen.

Wenn man eine Stunde Autofahren möchte, öffnet sich ein weiterer Horizont: Trier, Deutschlands älteste Stadt, mit seinen historischen Schätzen, oder Luxemburg, wenige Kilometer weiter, mit reichem kulturellem Angebot.
In die andere Richtung moselabwärts, findet man an der Terrassenmosel Cochem und die Burg Eltz und dann Koblenz.
Jüngere Erdgeschichte wird erlebbar in der nahen Eifel. Manderscheid und die malerischen Vulkan Seen, genannt: Maare, liegen nur 40 Min in nördlicher Richtung, und nach Süden hin sind der Erbeskopf, Kirn an der Nahe und Idar- Oberstein mit seinen Edelsteinen, einen Besuch wert.

Freizeitmöglichkeiten in unmittelbarerer Nähe

Die Gäste können an der Mosel entlang schlendern, joggen oder über die Höhen wandern:
Kinheim
Moselsteig
Jakobsweg
oder auch:
radeln
klettern
Moselschiff fahren
Kanu fahren
ins Freibad gehen
Tennis spielen
Bogenschießen
Segelfliegen
Gleitschirmfliegen

Wer die berührenden Heimat-Filme von Edgar Reitz gesehen hat, wird die halbe Stunde Fahrt nach Morbach nicht scheuen. Dort kann man im Cafe Heimat diesem Künstler näher kommen. Einige Sequenzen des neuesten Films „Die andere Heimat“ wurden an der Mosel hinter Kindel Richtung in Wolf gedreht.
Ganz in der Nähe von Morbach bei Wederath, wurde eine bedeutende keltische Siedlung ausgegraben, die 1000 Jahre bewohnt war. Heute informiert dort ein Museum über Handel und Wandel, Leben und Sterben unserer Vorfahren auf dem Hunsrück.

Möchte man von Kindel über den Berg nach Bernkastel wandern, was eigentlich eine gute Idee ist, kommt man nach ein paar hundert Metern an einer gigantischen Baustelle vorbei: An der ungeeignetsten Stelle, mitten in einem Rutschhang bei Ürzig, versuchen Ewiggestrige die sog. B50 neu samt Hochmogelbrücke fertig zu stellen. Während anderswo die Leute im Stau kostbare Zeit und Nerven verlieren, wird hier ein überflüssiger Neubau völlig am Bedarf vorbei in eine einzigartige Kulturlandschaft gebaut. Es ist das wohl umstrittenste und teuerste, leider auch sinnloseste Straßenbau-Projekt Deutschlands und ein bestürzendes Beispiel für Dummheit, Hybris und Verantwortungslosigkeit von Politikern und Planern.